Medien und ihre Trolle – Eine psychologische Analyse

Medien und ihre Trolle – Eine psychologische Analyse

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Mittwoch, 17 Mai 2017
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Medien und ihre Trolle – Eine psychologische Analyse

Um die Handlungen und Beweggründe eines sogenannten Trolls zu verstehen, muss man sich natürlich die Entwicklung des Internets ansehen und zugleich den Rückgang der klassischen Medien (Zeitung, Funk und Fernsehen) im Auge behalten. In meiner Analyse beschränke ich mich vor allem auf die deutschen Medien und deren Ableger im Internet (hier z.B. Spiegel Online oder die Seite der BILD). Jedoch beziehe ich auch Daten und Untersuchungen aus den USA mit ein, weil dort die Propagandaforschung einfach am weitesten entwickelt ist. In dieser kleinen Analyse zeige ich nur kurze und einfache Beispiele und halte mich recht kurz.

Im Grunde genommen, gibt es 3 Arten eines Trolls.
Erstens, das Medium ist an sich der Troll, bzw. verhält sich durch seine Beiträge und Schreibweise wie einer. Leicht zu erkennen sind solche Seiten an ihrer Einseitigkeit und Unlogik. Klassisches Kennzeichen ist hier, wenn ein und derselbe Tatbestand vollkommen unterschiedlich bewertet wird.

Der zweite Troll besteht aus dem bezahlten Troll. Er wird dafür bezahlt, eine gewisse Meinung zu generieren, indem er viele kurze Beiträge auf den Seiten bzw. in den Gruppen hinterlässt und zugleich alle anderen abweichenden Meinungen negativ bewertet und angreift.

Der dritte Troll ist der eigentliche Leser, der durch die zwei anderen Trollarten in seiner Meinung so beeinflusst wird, dass er diese übernimmt und gegen andere Meinungen verteidigt, egal wie unlogisch oder lächerlich er sich macht. Gerade bei diesem ist der Effekt einer guten Propaganda spürbar – egal wie gebildet oder ungebildet die Person ist, sie handelt vollkommen in einem Schwarmdenken und leicht verständliche und logische Zusammenhänge werden nur noch dem eigenen Weltbild angepasst.

Eine optimale Propaganda entsteht dann, wenn alle drei Trollarten bzw. –techniken zusammenwirken und so weitere Leser beeinflussen.

Troll 3

verwundeter Troll

Troll 1:

Befassen wir uns nun näher mit dem ersten Troll. Wie oben erwähnt, erkennt man diesen an der einseitigen Berichterstattung und an deren Häufigkeit. Es werden also Berichte erstellt, die immer das gleiche Thema behandeln und in regelmäßigen Abständen die Botschaft wiederholen. Ein gutes Beispiel für solch einen Troll findet man auf Facebook in Spiegel Online oder natürlich auch BILD oder anderen Seiten. Hierfür gibt es zwei Gründe. Die Häufigkeit erklärt sich in sich selbst – umso öfter man einen Bericht verfasst, umso so mehr Menschen kann man erreichen. Gleichzeitig führt dieses natürlich zu Werbeeinnahmen, denn Facebook bezahlt einen höheren Betrag, je größer die Seite bzw. je höher die Anzahl an Bewertungen (sogenannte „Likes“) für einen Bericht sind. Um dieses Ziel zu maximieren, bedient man sich zudem der zwei anderen Trollarten – der „post“ oder „thread“ wird so also künstlich am Leben gehalten, was die Wirkung nochmals verstärkt.
Auch die Einseitigkeit ist leicht erklärt, denn genau darum geht es ja in der Propaganda – die eigene Meinung soll verbreitet werden. Hier liegt natürlich die Schwachstelle aller Propaganda – die Einseitigkeit darf natürlich nicht übertrieben werden, denn somit macht sich der Journalist bzw. das Medium lächerlich. Für viele hat Spiegel Online oder BILD diesen Punkt längst überschritten, aber die User auf Facebook sind relativ jung und können somit mit dem Begriff Propaganda wenig anfangen bzw. diese schwer erkennen.
Aber warum wird die Meinung überhaupt in dieser Art verbreitet? Auf dieses Thema bin ich ja schon in meinem letzten post eingegangen. Medienkonzerne sind zugleich ein Mittel der Propaganda, aber gleichzeitig haben sie selber ein Interesse sie zu benutzen, um die eigene Machtstellung auszubauen. Klassische Zeitungen haben diese Positionen verloren, die Zahlen der Leser nehmen einfach stetig ab. Es ist also kein Wunder, warum die Präsenz der Medien im Internet von Jahr zu Jahr zugenommen hat. Gleichzeitig ernährt sich ein Medium von innen heraus – der Journalist ist abhängig von seinem Job; eine andere oder gar eigene Meinung (die nicht den Konzernregeln entspricht) wäre natürlich schädlich. Es ist also kein Wunder, warum man in unseren Medien zu 90% nur eine Sichtweise verdeutlicht bekommt – jeder Journalist achtet auf seinen Nachbarn und will bloß nicht auffallen, was zu einem Schwarmverhalten der Journalisten führt. Diese rein psychologischen Effekte erkennt man natürlich nicht nur in kapitalistischen Ländern, sondern auch in sozialistischen oder gar Diktaturen. Der Vorteil unserer westlichen Propaganda liegt darin (und darum funktioniert sie auch sie gut), dass wir die „freie“ und „demokratische“ Welt verkörpern und somit den anderen Ländern einen moralischen und ethischen Stempel aufdrücken können. Dass das natürlich Unsinn ist, kann man an unserer Außenpolitik bzw. der Geschichte erkennen. Ältere Journalisten (z.B. Peter Scholl-Latour) haben das natürlich schon vor Dekaden erkannt – dass es im Nahen Osten und speziell im Irak nicht um Demokratie ging, kann man erkennen, wenn man sich die Daten über die Erdölvorkommen des Iraks anschaut. Es ist doch aberwitzig, einem Volk angeblich die Demokratie zu bringen, wenn zugleich 90% des irakischen Öls an US-amerikanische Firmen geht! Natürlich geht es hier um global-strategische Ziele und um die Sicherung der Ressourcen.
Oder sehen wir uns doch Nord-Korea an. Ein kleines Land, das politisch und militärisch keine Rolle spielt und zudem auch keine anderen Länder in der Neuzeit (seit 64 Jahren!) angegriffen hat. Im Vergleich dazu war die NATO in so einigen Ländern militärisch aktiv und brachte unzähliges Leid über Millionen von Menschen. Und wir erdreisten uns tatsächlich, dieses Land mit Sanktionen zu belegen, nur weil es auf die gleichen Rechte besteht! Ist es also moralisch und ethisch korrekt, dass nur westliche Länder Atomwaffen haben dürfen und diese sogar in der Vergangenheit einsetzten, um so die wirtschaftlichen Ziele zu erreichen?! Ähnliches sehen wir natürlich im Iran und Syrien. Denken Sie, es geht hier wirklich um Demokratie oder die Atombombe? Oder kann es sein, dass diese zwei Länder einfach die zwei letzten in der Region sind, die nicht treu den westlichen Vorstellungen folgen? Natürlich nicht, aber zum Glück bin ich ja im Westen und wir dürfen das.

Troll 2

klassischer Troll

Aber picken wir uns doch ein weiteres Beispiel heraus. Was wissen Sie über Syrien? Ich bin sicher, dass die meisten nun sagen werden, da geht es um Aleppo und wie böse der Russe und Assad (der zudem demokratisch gewählt wurde!) sind. Dasselbe Vorgehen der Russen in Aleppo führen aber auch die NATO-Truppen z.B. in Mossul durch, mit der Folge, dass unter dem IS und die kriegerischen Auseinandersetzungen mit den westlichen Kräften und Russland die Zivilbevölkerung leidet. Wenn Sie sich nun fragen, warum 95% der Berichte unserer Medien über Aleppo handeln und nur 5% über Mossul, dann haben sie zumindest einen kleinen Einblick, was Propaganda ist.
Oder schauen wir uns ein weiteres Beispiel an. Was wissen sie über die Krim? Sicherlich werden Sie nun denken:“Ist doch klar! Putin hat die Krim annektiert und die armen Ukrainer dort unter militärischer Kontrolle gebracht! Das kam doch fast jeden Tag in den Medien!“. Wussten Sie, dass etwa 60% der Bevölkerung auf der Krim aber Russen sind (und nur etwa ¼ Ukrainer) und es zu einem Referendum über den neuen Status der Krim im Jahre 2014 kam? Das Ergebnis ist natürlich nicht verwunderlich – etwa 70% haben sich für einen erneuten Anschluss an Russland entschieden. Genau solch ein Referendum fand auch später in Schottland statt. Hier spricht man von einer Sezession, ein Vorgang, der im Völkerrecht gar nicht vorkommt, weil das Völkerrecht davon ausgeht, beide Parteien sollten sich untereinander austauschen und die Sache regeln. Vielleicht fragen Sie sich nun, wenn das Referendum in Schottland demokratisch vollkommen legitim war, wie kann dann der gleiche Prozess auf der Krim ein Völkerrechtsbruch sein? Sie haben einen weiteren Fall von Propaganda kennengelernt. Köstlich dazu war in einer Talk Show in unserem Fernsehen ein gewisser Herr Stoiber der CDU :“Für mich bleibt es subjektiv dennoch eine Annexion.“ Was meinen Sie? Würden Sie einem subjektiven Herrn Stoiber und unseren Medien glauben, oder doch eher Völkerrechtskundlern?
Oder nehmen wir das Beispiel der Militärmanöver. Ich bin sicher, das letzte was sie hörten, wenn Sie ein fleißiger Verfolger unserer Medien sind, sind die Militärmanöver an der westlichen Grenze zu Polen oder Übungen mit China und wie bedrohlich das alles ist. Es sei eine Vorbereitung der Invasion des Westens! Haben Sie im gleichen Zeitraum auch nur annähernd so viel über Militärmanöver der NATO gehört? Natürlich nicht. Die Propaganda liegt ja eben darin, ein stetiges Feindbild aufrechtzuerhalten, die eigenen Handlungen (die natürlich gleich sind) aber zu verschweigen. Es ist nicht schwer zu verstehen, dass wenn die NATO einen 10-mal höheren Etat als Russland und China hat und in der Anzahl und Umfang wesentlich größere Manöver durchführt, dass der Aufbau eines Feindbildes schwer wäre, wenn man das in den Nachrichten veröffentlichen würde. Hier spielt natürlich auch die Waffenlobby eine große Rolle.
Aber gut, nehmen wir mal an, die Medien haben Ihnen nun wirklich viel Angst gemacht, dass der Russe schon vor den Grenzen wartet. Können Sie sich in den Russen versetzen, der in der Verteidigung seines Landes 25-27 Millionen Menschen opfern musste (zweiter Weltkrieg)?! Der von Jahr zu Jahr nun immer weiter zurückgedrängt und politisch (Feindbild), wirtschaftlich (Sanktionen, Wirtschaftsverträge) und militärisch (NATO-Stationierung an den Grenzen zu Russland) unter Druck gerät. Stellen Sie sich also vor, wenn der Russe damals Deutschland überfallen hätte, 25-27 Millionen Deutsche gefallen wären und er nun vor unseren Grenzen stehen würde. Nun, natürlich hätten Sie zumindest ein unruhiges Gefühl. Sie sehen, nur ein einfacher gedanklicher Wechseln der Seiten, kann zu überraschenden neuen Erkenntnissen führen.
Kommen wir nun noch etwas auf die Manipulations- bzw. Trolltechniken. Haben Sie die letzten Tage gemerkt, dass z.B. auf Spiegel Online oft die Rede vom „Konjunktiv“ ist. Das scheint wohl die neueste Trolltechnik zu sein. Es wird also von den Trollen gesagt, dass Formen wie „soll“, „falls“, „hätte“, „wenn“ und weitere, vollkommen normale und gängige Normen des Journalismus sind. Dass man also einfach etwas behaupten kann, bis es bewiesen sei. Oder ist es eher so, dass unser Rechtssystem darauf beruht, dass man solange unschuldig ist, bis das Gegenteil bewiesen ist?! Dass das natürlich mit journalistischer Arbeit nichts zu tun hat, erklärt vielleicht folgender Sachverhalt. Haben Sie vielleicht von dem Begriff „übler Nachrede“ gehört? Hier die Gesetzesfassung aus StGB:
§ 186
Üble Nachrede

„Wer in Beziehung auf einen anderen eine Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen geeignet ist, wird, wenn nicht diese Tatsache erweislich wahr ist, mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“
Ist es nicht verblüffend, dass sie als Bürger also für solch ein Verhalten sogar ins Gefängnis kommen können, aber in heutigen Journalistenkreisen das unter Pressefreiheit fällt? Falls Sie sich nun wundern sollten, dann begrüße ich Sie in der Demokratie und Propaganda. Ähnliches finden Sie unter dem Begriff „Verleumdung“ (StGB):
§ 187
Verleumdung

„Wer wider besseres Wissen in Beziehung auf einen anderen eine unwahre Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen oder dessen Kredit zu gefährden geeignet ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“
Sie sehen also einen ähnlichen Sachverhalt. Warum dürfen Sie als Privatperson sich also nicht wie die Medien verhalten? Weil Medien einen „Bildungsauftrag“ haben und die Bevölkerung in einem gewissen Rahmen lenken sollen. Rückzuführen ist diese Entwicklung durch die Erfahrungen aus dem zweiten Weltkrieg bzw. des Deutschen Reiches. Dabei hat sich die Aufgabe heute natürlich verändert. Unseren westlichen Ländern geht es heute um den wirtschaftlichen Fortschritt (gegenüber anderen Ländern) und um die Erhaltung der Ressourcen dieser Welt bzw. deren Inbesitznahme. Sie können sich also nun denken, warum unsere Medien solche Privilegien besitzen. Neben der UN (politische Arm) und der NATO (militärische Arm) sind Medien das soziale Medium, um unsere Ziele zu erreichen. Natürlich haben alle Länder dieser Welt ihre Interessen und solche Propaganda-Werkzeuge. Aber ist es moralisch und ethisch korrekt, andere Länder für das gleiche Vorgehen zu verurteilen, obwohl wir selber an der Spitze agieren? Rein wissenschaftlich gesehen kann die Antwort natürlich nur „Nein“ heißen.
Eine weitere Propaganda-Technik unserer Medien ist das Zitieren aus anderen „bestätigten“ Quellen. Auch hier schauen wir uns wieder Spiegel Online an. Es wird also etwas behauptet, mit dem Hinweis, dass man die Informationen aus anderen „bestätigten“ Quellen hat. Natürlich wird dabei nicht gesagt, dass die Quelle selber den Auftrag oder Wunsch hat, die Menschen in eine gewisse Richtung zu lenken, also schon selber eine vorgefertigte und subjektive Sichtweise besitzt. Dass das einfache Kopieren oder Zitieren einer Quelle deren tatsächlichen Sachverhalt natürlich nicht als Fakt oder Beweis darstellt, dürfte dabei logisch sein. Als Verdeutlichung machen wir ein Gedankenexperiment. Sie interessieren sich für die Geschichte der Nazi-Herrschaft in Deutschland und denken für sich, dass es den Holocaust nie wirklich gegeben hat. Als Beweis führen Sie Quellen an, die ihre Meinung bestätigen, also andere rechtsradikale Zeitschriften oder Medien. Was meint nun der interessierte Leser? Die Quelle hat das Ereignis als unwahr bestätigt und Sie haben es journalistisch zitiert und übernommen – Sie haben nach unseren Medien also recht! Dass solch ein Vorgehen natürlich wissenschaftlicher Unsinn und keineswegs eine angemessene Beweisführung ist, fällt selbst dem ungebildetsten Leser auf.
Die schnelle und häufige Berichterstattung kann natürlich aber auch Troll-Medien entlarven. Ein klassisches Beispiel für Unfähigkeit (bzw. für fehlende Recherche) bietet auch hier Spiegel Online. Das Lügen ist eine weitere Propaganda-Technik (die natürlich von unseren Medien nur den Links- oder Rechtsradikalen angedichtet wird). Vor zwei oder drei Jahren hat Spiegel Online berichtet, dass es nun wissenschaftlich bewiesen sei, dass Frauen sich gerne Schwulen-Pornos ansehen. Man bezog sich dabei auf eine „wissenschaftliche“ Studie einer Internet-Pornoseite, die diese Daten angeblich über die IP-Adresse bezog. Dass das natürlich totaler Unsinn und nur ein Werbegag dieser Internetseite (Redtube.com-Fall) war, ist dem Spiegel Online Journalisten wohl erst später wirklich peinlich gewesen. Denn dass man über die IP-Adresse nicht wissen kann, wer sich hinter dem Bildschirm wirklich verbirgt, ob also eine Frau oder ein Mann, oder gar ein Kind oder sonst wer, dürfte mit einer kurzen Recherche wohl auch dem dümmsten Journalisten aufgefallen sein! Dieser Redtube-Fall (der natürlich außerhalb der Medienkreise für viel Gelächter sorgte) ist ein wirklich gutes Beispiel, wofür unsere Journalisten und Medien heute stehen: posten, posten, posten und viele „Likes“ sammeln. Dass das mit Moral, Ethik und dem journalistischen Auftrag nach der Wahrheit wenig zu tun hat, dürfte wohl verständlich werden. Die Frage ist also, wenn ein Journalist schon unfähig ist bei solch einem leichten Fall zu recherchieren bzw. so naiv ist und auf diesen Werbegag hereinfällt, denken Sie wirklich, dass er Sie über komplexe, globale und schwierige Ereignisse auf der Welt objektiv unterrichtet? Oder sind Sie der Meinung, dass er es sich eher leichtmachen wird und einfach Erkenntnisse aus anderen Quellen übernimmt und als Wahrheit oder wissenschaftlichen Fakt verkaufen wird, wie er es schon bei dem geschilderten Fall getan hat? Ich denke, wir sind uns einig, dass wohl der zweite Fall eher eintreffen wird.

Troll 1

süßer Troll

Troll 2:

Psychologisch gesehen, ist der bezahlte Troll eher uninteressant. Sie können sich sicher vorstellen, dass eine Person, die den ganzen Tag auf Internetseiten herumschwebt und dafür bezahlt wird, hunderte von kurzen propagandistischen Berichten zu verfassen, sicher nicht zu den intellektuellen Größen auf diesem Planeten zählt und es im Leben nicht sehr weit gebracht hat. Solche Trolle sind in der Regel leicht zu entdecken. Ihre Sprache ist sehr einfach, absolut einseitig und zudem fehlt ihnen oft das Hintergrundwissen über die Themen, über die sie schreiben, bzw. fehlt generell ein gewisses Bildungsniveau. Sie verhalten sich in der Regel wie der Medien-Troll – egal was man schreibt und welche Daten und Fakten man ihnen vorlegt, sie widersprechen immer! Bekannte Manipulationstechnik dieser Trolle ist z.B. der verbale Angriff. Sie werden durch diese Trolle in der Regel immer gleichbehandelt – sie seien ein Troll, sie wären ein Verschwörungstheoretiker, sie seien ein Nazi, ein linker Punk, ein Putin- oder Trumpfan. Wirkliches Wissen kommt von diesen Trollen eher nie oder wenn, dann in sehr knappen und einseitigen Worten. Dieser Troll bezieht all seine Argumentation auf nur ein Thema, ohne dabei komplexe Zusammenhänge zu analysieren. Und so muss ja auch Propaganda sein – einfach, knapp und leicht verständlich! Falls Sie z.B. auf Spiegel Online (oder eben auf anderen deutschen Medienseiten) ihre Meinung kundtun wollen, müssen Sie neben den posts von Spiegel Online also auch mit diesen Trollen rechnen, denn egal wie kritisch Sie schreiben – sollte ihre Meinung auch nur etwas von der gewünschten abweichen, wird man Sie belästigen und versuchen, ihre Meinung als links- oder rechtsradikal darzustellen. Dabei ist das Wichtigste, dass Sie einfach ganz ruhig bleiben, sich nicht reizen lassen und immer bei den Fakten bleiben! In der Regel beginnt der bezahlte Troll dann nämlich einfach nur noch Unsinn zu reden und verrät sich so selbst. Dieses hat natürlich einen Grund. Propaganda verfolgt ein Ziel – die eigenen Interessen in den Vordergrund zu stellen. Wie wir wissen, haben wir in erster Linie wirtschaftliche Interessen. Dass man diese menschlich, moralisch und ethisch natürlich nicht über die Interessen anderer Länder stellen kann, ist der Knackpunkt. Denn wie können wir anderen Ländern einen Völkerrechtsbruch vorwerfen, wenn wir es selber jeden Tag machen?! Sie werden also einen Troll oder eine einfach einseitige Person immer an diesem Widerspruch erkennen. In der Regel sollten Sie also einfach Ihre Meinung schreiben und bei den Fakten bleiben. Auch sollten Sie sich nicht verunsichern lassen, wenn 80%-90% der anderen Benutzer Ihre Meinung nicht teilen. Denn genau das ist ja ein Zeichen für ein Propaganda-Medium – durch Trolle und User soll das Bild dargestellt werden, dass alle Menschen auf der Welt genau diese Meinung dieser Seite vertreten. Dass natürlich viele Menschen vollkommen anders denken, wissen Sie vielleicht aus Ihrem eigenen Umfeld und Freunden.

Troll 3:

Ein User/Benutzer, der durch das soziale und mediale Umfeld selber zu einem Troll wird, ist aus psychologischer Sicht sicher am interessantesten. Dieser Troll benutzt in der Regel die gleichen Manipulationstechniken wie die beiden anderen, wobei er dadurch schwerer zu entlarven ist. Dabei muss gesagt werden, dass Manipulationstechniken nichts Negatives sind – wir benutzen sie jeden Tag, um unsere persönlichen Ziele zu erreichen! Ein gutes Beispiel für solche Personen, die also durch die Medien und Trolle so manipuliert sind, dass sie die Meinung einfach ohne großes Nachdenken übernehmen, bemerkte ich erst gestern (16.05.2017) auf Spiegel Online. Oben habe ich die Manipulationstechnik der Benutzung des „Konjunktiv“ beschrieben und, dass dieses moralisch und ethisch recht fragwürdig sei. Interessant ist, dass genau das dann eine Frau auf einen post von mir angeführt hat – „was also so schlimm daran sei, wenn Spiegel Online diesen benutzt?!“ Sie sehen also, in nur 1-2 Tagen hat diese Frau die Troll-Technik von Spiegel Online übernommen und rechtfertigt nun selber ihre eigenen Ansichten mit diesem Mittel. Ob diese Frau kein bezahlter Troll ist, kann man dabei schwer erkennen, was aber keine große Rolle spielt. Natürlich ist die Anwendung dieser Troll-Technik für genau solche Medien und Personen reine Fake News, Lügen oder Propaganda, falls sie sich von ihrer Meinung unterscheidet! Und genau so funktioniert ja auch die Propaganda oder Psychologie – beziehen wir in unsere Überlegungen nicht die komplexen Zusammenhänge und rein wissenschaftlich belegte Daten mit ein, neigen wir dazu, die vorhandenen oder uns vorgelegten Berichte in unser Weltbild einzuordnen und moralisch als richtig anzupassen. Dabei möchte ich betonen, dass solange diese Personen einen gewissen Respekt und anständiges Verhalten an den Tag legen, sie ihre Meinung natürlich äußern können bzw. sie werden es soundso tun. Man kann ja wohl auch kaum erwarten, dass ein Fleischer sich nun plötzlich mit Quantenphysik auskennen wird. Jedoch können auch solche Trolle Eigenschaften der bezahlten Trolle übernehmen. Hier kann ich nur dazu raten, was ich schon oben sagte – einfach ruhig bleiben und nur auf Fakten basierend argumentieren. In der Regel werden diese Trolle im Laufe einer Diskussion soweit vom Thema abkommen und sich lächerlich machen, dass auch anderen unabhängigen Lesern das auffallen wird und man nur schmunzeln kann.

Diana

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